Al-Qaida im Islamischen Maghreb - vormals Groupe Salafiste pour la Prédication et le Combat - Salafiyya-Gruppe für Predigt und Kampf (GSPC)
Die GSPC spaltete sich 1997 unter der Führung des ehemaligen Gebietsemirs Hassan Hattab von der GIA ab. Die Gruppe ist salafistisch ausgerichtet, ihr Hauptziel ist die Abschaffung des algerischen Staates in seiner heutigen Form und die Errichtung eines islamistischen Staatswesens an seiner Stelle. Im Kampf gegen das Regime in Algier richtete die GSPC ihre Operationen vor allem gegen den algerischen Militärapparat, schonte aber auch die Zivilbevölkerung entgegen anfänglicher Versprechungen nicht. Eine Aussöhnung mit dem Regime in Algier lehnt sie strikt ab und setzt ihren gewaltsamen Kampf unvermindert fort.
Die GSPC ist eine heterogene, dezentral geführte Terror-Gruppe. Sie besteht aus unzähligen Klein- und Kleinstgruppen, die nicht nur in Algerien, sondern auch weiter südlich in Mali, Niger, Nigeria und Tschad aktiv sind.
Die GSPC ist für die Entführung westlicher Touristen im Februar 2003 sowie im Januar 2004 verantwortlich. Im Juni 2004 erklärte die Gruppe in einem Kommuniqué den Ausländern in Algerien den Krieg. Am 11. September 2006, dem 5. Jahrestag der Terroranschläge in New York und Washington, verkündete Aiman al-Zawahiri, der stellvertretende al-Qaida-Anführer, dass die GSPC sich al-Qaida angeschlossen habe. Abu Musab Abdal-Wadud, Führer der GSPC, bestätigte diese Verlautbarung durch die Bekundung der Ergebenheit gegenüber al-Qaida und Bin Ladin, dem er Gefolgschaft bis in den Märtyrertod gelobte. Seitdem nennt sich die Gruppierung 'al-Qaida im Islamischen Maghreb' (AQIM).
Die Aktivitäten von Anhängern der GSPC in Europa richteten sich in erster Linie auf die finanzielle und logistische Unterstützung der Gruppenstrukturen im Heimatland. In Nordrhein-Westfalen sind Strukturen der GSPC bzw. der AQIM nicht erkennbar. Einzelmitglieder, die zuvor der GSPC zugerechnet wurden, haben vermutlich ihre Loyalität nun ebenfalls auf die AQIM übertragen.
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Was ist ...?Islamismus
IslamismusEine extremistische Ideologie, die sich gegen westliche Werte- und Ordnungsvorstellungen richtet und das Ziel verfolgt, eine gesellschaftliche, rechtliche und staatliche Ordnung auf der Grundlage einer fundamentalistischen oder konservativen Auslegung des Islam zu errichten und damit einen "islamischen Staat" zu schaffen.
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MujahidMujahid ist die Bezeichnung für denjenigen, der - in der Regel den kämpferischen - Jihad betreibt. Meist wird der Begriff im Plural, Mujahidin, verwendet.
Salafiyya
SalafiyyaDie Entwicklung der Salafiyya ist in mehrere Phasen zu unterteilen. Die "klassische" Salafiyya entstand etwa im 13. Jahrhundert n. Chr.; ihr Anliegen war es, unter Rückbezug auf die Altvorderen - arabisch "salaf", daher die Bezeichnung Salafiyya - den "wahren Islam" neu zu beleben und sich gegen Missstände jener Zeit zu wenden. Auch die Wahhabiyya schloss später hieran an. Im 19. und zu Anfang des 20. Jahrhunderts traten liberale Vertreter der Salafiyya auf, die den Islam reformieren und die islamischen Gesellschaften in die Moderne führen wollten. Die liberalen Elemente gingen jedoch bald wieder verloren und radikal-islamische sowie gewaltbefürwortende Strömungen setzen sich durch. Die heutige Salafiyya zeichnet sich wie die Wahhabiyya durch einen strengen religiösen Purismus aus, der sich auf eine enge Schriftauslegung stützt. Darüber hinaus werden Muslime anderer Richtungen, z. B. Schiiten, als Ungläubige betrachtet und Gewalt als Mittel der Durchsetzung des eigenen Islamverständnisses gut geheißen.
Sunniten
SunnitenGrößte Gruppe der Muslime. Die Teilung der islamischen Gemeinschaft in Sunniten und Schiiten geht auf einen Streit um die Nachfolge in der Führung der muslimischen Gemeinde nach dem Tode des Propheten Muhammad im 7. Jahrhundert zurück.

